Welche Auswirkungen hat der Brexit für Lettlands Landwirtschaft?

Das nach den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) geschlossene Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich wird beiden Parteien erhebliche Handelsvorteile bringen.

L-INFOS/MIN/zm.gov.lv - Nach einem Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland (UK) über die künftigen Beziehungen informierte das lettische Landwirtschaftsministerium über die Auswirkungen des Brexit auf die lettischen Sektoren Landwirtschaft, Fischerei, Lebensmittelproduktion und Forstwirtschaft.

Warenhandel

Das nach den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) geschlossene Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich wird beiden Parteien erhebliche Handelsvorteile bringen.

Das EU-UK-Abkommen ist eine bessere Bedingung als die jüngsten EU-Freihandelsabkommen, die die EU mit Drittländern wie Kanada oder Japan geschlossen hat. Das EU-AKP-Abkommen sieht für alle Waren keine Zölle und keine Quoten vor. Dies ist besonders wichtig für sensible Güter wie Agrar- und Fischereierzeugnisse. Beispielsweise sollten unter WTO-Sätzen nicht vereinbarte Zölle für bestimmte Fleisch- oder Milchprodukte über 40% oder 25% für Fischkonserven gelten.

Von nun an erfordern britische Agrarexporte in die EU Gesundheitsbescheinigungen an Zollkontrollpunkten sowie SPS-Inspektionen (Hygiene- und Pflanzenschutznormen). Dies wird zu höheren Kosten für britische Unternehmen führen.

Im Rahmen des Abkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich werden die Zollverfahren vereinfacht. Da das Vereinigte Königreich jedoch beschlossen hat, die Zollunion zu verlassen, gelten die Kontrollen für alle Waren, die es handelt.

Britische Unternehmen müssen nun nachweisen, dass ihre Produkte alle Anforderungen der „Ursprungsregeln“ erfüllen. Um den bürokratischen Aufwand zu verringern, können Händler nach dem Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich den Ursprung der Waren selbst nachweisen.

Das Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich wird unnötige technische Handelshemmnisse beseitigen und bestimmte Produkte von beiderseitigem Interesse wie die Automobilherstellung, Wein, Bio-Produkte, Arzneimittel und Chemikalien erleichtern. Alle britischen Waren, die in die EU einreisen, müssen jedoch weiterhin die hohen EU-Vorschriften erfüllen, einschließlich der Lebensmittelsicherheit (z. B. Hygiene- und Pflanzenschutznormen) und der Produktsicherheit.

Fischerei

Lettland unterliegt Marktbedingungen, die sich auf die Verarbeiter von Fischereierzeugnissen auswirken. Wenn die Produktion (mit Ausnahme der oben genannten einfachen Verarbeitung) in Lettland unter Verwendung importierter Rohstoffe erfolgt, muss die Herkunft des Rohstoffs (Produktion und Herkunft in Lettland) nachgewiesen werden. Da unsere Konservenhersteller nach Großbritannien exportieren, wird dies eine neue, wesentliche Bedingung und zusätzliche Anforderung sein, die es schwierig machen kann, Exportverfahren sicherzustellen. Diese Anforderungen müssen jedoch nicht nur von Letten, sondern auch von Fischproduzenten aller EU-Mitgliedstaaten, die importierte Fischrohstoffe verwenden, erfüllt werden.

Neue Formalitäten könnten darin bestehen, das Eigentum an den Schiffen nachzuweisen (Eigentum, Unternehmensregistrierung in Lettland), was auch mit den Ursprungsbedingungen der Produkte zusammenhängt, insbesondere für jene lettischen Schiffe, die auf hoher See fischen (obwohl diese Schiffe nicht nach Großbritannien exportieren und nicht erhalten haben) signalisiert, dass solche Exporte in naher Zukunft geplant sind).

Zusätzliche Schwierigkeiten werden durch die Notwendigkeit von Zollverfahren und möglicherweise auch von Anerkennungsverfahren für die betreffenden Produkte verursacht (es ist nicht bekannt, ob dies erforderlich sein wird, aber die Möglichkeit kann nicht ausgeschlossen werden).

Forstwirtschaft

Es gibt keine spezifischen und signifikanten Probleme für die Forstwirtschaft. Die größten Auswirkungen werden auf den Holzhandel zu verzeichnen sein, der Zollverfahren und folglich Unterlagen einschließlich Pflanzengesundheitszeugnissen unterliegen muss. In Bezug auf den Handel mit Waldreproduktionsmaterial werden die Auswirkungen minimal sein, da zwischen Lettland und dem Vereinigten Königreich kein Handel mit Waldreproduktionsmaterial besteht. Darüber hinaus kann bei Bedarf das Handelsprogramm für Waldvermehrungsmaterial der OECD verwendet werden.

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