Pēteris Čevers - lettischer Partisan und Volksheld

L-INFOS -   Die Geschichte und den Freiheitskampf Lettlands: Wenn sie von Vandzene/Kurland in Richtung Upesgrīva – Richtung Ostsee – fahren, werden sie ca. 12 km bis 13 km hinter Vandzene an einem Denkmal (rechter Hand/leicht zu übersehen/aufpassen) vorbei kommen, welches dort für den lettischen Partisanen Pēteris Čevers aufgestellt wurde. Kurz vorher geht ein nicht (NOCH nicht) ausgeschilderter neuer Waldweg/Schotterpiste (durchaus auch mit Kleinwagen zu befahren) rechts in den Wald hinein, den man, wenn man sich für die Gesichte Lettlands interessiert, auf alle Fälle einschlagen sollte.

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Das Fehlen des Hinweisschildes, auf das, was einen erwartet, ist wohl darauf zurückzuführen, dass das, wo sie hinfahren werden, noch gar nicht „neu“ eingeweiht wurde, obwohl es bereits mehr als 71 Jahre an dieser Stelle existiert, jetzt aber ganz neu renoviert wurde: Das Partisanenversteck des bekannten und des in ganz Lettland hochverehrten und geachteten Partisanen Pēteris Čevers, der bis 1950 in den kurländischen Wäldern gegen die russische Armee gekämpft hat.

In dem heute noch dicht bewaldeten, ehemaligen lettischen Partisanengebiet, - in den Wäldern der Gemeinden Vandzene im Bezirk Talsi – fährt man runde fünf Kilometer über eine inzwischen PKW-taugliche Schotterstraße in den Wald hinein, ohne eine Menschseele oder irgendwelche zivilisatorischen Einrichtungen, abgesehen vom Schotterweg selber, zu finden. So gelang man zum ehemaligen Erdbunker der lettischen Partisanen um Pēteris Čevers.

Pēteris Čevers (geboren am 9. Januar 1914, gestorben am 24. August 1951) war Soldat im 2. Weltkrieg in der lettischen Armee, Kapitän der Lettischen Legion und ab dem 9. Mai 1945 nationaler Partisan und später Kommandant der nationalen Partisanengruppe (1948- 1950).

Nach der Kapitulation der deutschen Truppen in Kurland/Kurzeme kapitulierte Pēteris Čevers nicht, sondern versteckte sich zusammen mit mehreren Offizieren seines Regiments und weiteren Soldaten in den Wälder von Kurland, in der Gemeinde Vandzeme, um den Kampf von dort aus gegen die russische Armee fortzusetzen

Mit mehreren anderen Offizieren schloss sich Pēteris Čevers alsbald der Partisanengruppe von Hauptmann Nikolai Straume an, die bis zum Frühjahr 1948 im Gebiet Engure-Zentene kämpfte. Ab Mai 1948 wurde Čevers Kommandant der Gruppe, die sich auf dem Territorium von Vandzene und in anderen umliegenden Gemeinden des Bezirks Talsi befand.
Als Folge eines Verrats wurden Chevers im November 1950 mit sechs weitere Mitglieder der Gruppe festgenommen. Am 3. April 1951 verurteilte das Militärtribunal des Baltischen Kriegsbezirks Pēteris Čevers zur Todesstrafe, die am 24. August 1951 vollstreckt wurde. Čevers war Träger des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Klasse. Das Denkmal für ihn wurde 1994 aufgestellt. 1994 starb in den USA seine Frau Velta.

Noch fehlen an der völlig neu renovierten Bunker-Anlage wichtige Hinweisschilder zur Geschichte von Pēteris Čevers und der Bunkeranlage. Man kann jedoch davon ausgehen, dass diese in Kürze erstellt werden, wie auch das Hinweisschild an der Hauptstraße. Spätestens, wenn die gesamte Anlage offiziell eröffnet wird.

Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle, auch für weniger Geschichtsinteressierte. Wenn man einmal die richtige Abfahrt von der Hauptstraße – kurz danach steht schon ein Hinweisschild – gefunden hat, kann man das Ziel nicht mehr verfehlen. Der Weg, später vom Parkplatz bis zur Bunkeranlage, ist auch für ältere Menschen kein Problem, da der kurze Fußweg ebenfalls gut ausgebaut wurde

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