Lettland: Sehenswerte Kirche von Iģene

Die Evangelisch-lutherische Kirche von Iģene ist ein architektonisches und künstlerisches Denkmal von nationaler lettischer Bedeutung.

L-INFOS/fr – Kirchen findet man in Lettland – trotz der sehr wechselhaften Geschichte des Landes - überraschenderweise recht viele. Die evangelisch-lutherische Kirche von Iģene, in unmittelbarer Nähe von Talsi in Kurland, dürfte in der langen Reihe der sehenswerten lettischen Kirchen eine der ältesten Sakralbauten Lettlands sein. Iģene, eine alte Siedlung (in Dokumenten aus dem Jahr 1666 erwähnt), deren Name bereits während der Wikingerzeit entstand, ist ein sehr kleiner Ort in der Gemeinde Vandzenes (4 km) im Distrikt Talsi (19 km).

Die Siedlung wurde um das Zentrum des ehemaligen Gutshofs Iggen herum errichtet. Wenn man der sichtbaren Jahreszahl in der Kirche Glauben schenken will, wurde die Kirche 1757 unter dem damaligen Herrscher über Iģene, Baron A. von Brinken, erbaut. So ganz sicher ist dies jedoch nicht, es gibt Anzeichen, dass die Ursprünge der Kirche noch viel weiter in die Frühzeit zurückreichen. Die Evangelisch-lutherische Kirche von Iģene  ist ein architektonisches und künstlerisches Denkmal von nationaler lettischer Bedeutung.

Das einschiffige Blockhaus ist mit waagerecht geordneten Brettern verkleidet und hat einen polygonalen Altarteil, eine Sakristei und einen vorgebauten quadratischen Glockenturm mit einer polygonalen Spitze.

Die Kirche von Igene (Iģene) ist eine von den wenigen Holzkirchen in Lettland, die Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut wurde und immer noch genutzt werden. Die Form, die Planung und die Proportionen der Kirche sind archaisch, was von der Erhaltung alter Handwerkstraditionen der Holzverarbeitung zeugt. Das Gotteshaus wurde 1757 aus den Mitteln des Besitzers des Gutshofes von Igene, Alexander von den Brincken, gebaut. Das einschiffige Blockhaus ist mit waagerecht geordneten Brettern verkleidet und hat einen polygonalen Altarteil, eine Sakristei und einen vorgebauten quadratischen Glockenturm mit einer polygonalen Spitze. Das Gebäude wurde 1877 und 1932 renoviert, von 1996 bis 2004 wurde in der Kirche dann einer Grundrenovierung unterzogen - das Kirchenfundament wurde befestigt, die Wandkonstruktionen des Blockhauses wurden restauriert, die Kirche bekam ein neues Ziegeldach, einen neuen Turm und neue Fenster.

Während der Restaurationsarbeiten, bei der die obere schwarze Schicht der Farben entfernt wurde, hat man Malereien entdeckt, die darauf schließen lassen, dass die Kanzel und der Altar älter als die jetzige Kirche sind.

Zur Zeit wird auch die Innenausstattung gearbeitet. In der Kirchen sind viele wertvolle Gegenstände erhalten: der Altar (1752) und die Kanzel, die 1932 nicht „gerade erfolgreich“ neu gestrichen wurden. Während der Restaurationsarbeiten, bei der die obere schwarze Schicht der Farben entfernt wurde, hat man Malereien entdeckt, die darauf schließen lassen, dass die Kanzel und der Altar älter als die jetzige Kirche sind. Sehenswert ist auch der Beschlag des Türschlosses (18. Jh.) und auch die Wetterfahne auf dem Holzturm - der Hahn von 1757 – war einmal ein Blickfang, bis ein Sturm die Wetterfahne vom Turm pustete. Derzeit wird Geld für eine Renovierung der Wetterfahne gesammelt.

Die Innenausstattung der Kirche wurde 1752 eingebaut. Der Altar mit gemalten Silhouetten-Figuren am Rande der Altarkapsel stammen aus diesem Jahr. Fragmente der ursprünglichen Gestaltung von 1699 sind dabei genutzt worden. Die Kanzelgemälde (Foto oben) zeigen die Evangelisten Johannes, Lukas, Markus, Matthäus.

Die Kirche ist als einzigartiges Architekturdenkmal in die UNESCO-Liste der architektonischen und historischen Denkmäler aufgenommen worden und ist heute eine internationale Touristenattraktion

Dank der Mithilfe von Baron K. von Grothus, einem Enkel von Baron K. von Brigen, des Enkels des letzten Eigentümers von Irene, sowie des deutschen Fonds der baltischen Deutschen, wurde die Kirche vor dem Zusammenbruch gerettet. Die Gemeinde unterstützte ebenfalls die Restaurierung.

Wie schon erwähnt, die evangelisch-lutherische Kirche von Iģene liegt nur wenige Kilometer von Talsi (19 km) und damit auch nur wenige Kilometer von der Autobahn Riga - Ventspils und Liepāja entfernt. Wenn man von Riga kommend an der Küste in Richtung Kolka fährt, ist das ein willkommener und sehenswerter und damit lohnenswerter Abstecher.

Iģene, Vandzenes pagasts, Talsu novads

+371 26435630, 28741842

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