Lettland: Die Spezies der Sammelbärin

Eine lettische Sammelbärin hat nur ein Ziel: Soviel wie möglich Beeren sammeln und nach Hause tragen!

L-INFOS - Es geht wieder los! Die ersten – und das ist für Lettland nichts besonders – wurden schon in und um die lettischen Wälder herum gesichtet: Die Sammelbärin!

Es handelt sich hierbei nicht um eine neue Spezies, diese Art der Sammelbärin, wie der Name schon verrät, meist weiblich, gibt es schon seit Jahrhunderten in Lettland und ist darüber hinaus im ganzen Ostseeraum verbreitet. Speziell natürlich im Baltikum.

Klicken Sie auf das Foto und sie gelangen zur Fotostory über die Sammelbärin!

Man kann sich das als „Nicht-Sammler“ und als „Nicht-Lette“ überhaupt nicht vorstellen: Wenn man die richtige Stelle im Wald gefunden hat, dann ist man im Beeren-Paradies oder im Schlaraffenland! Dicht an dicht warten die Waldbeeren auf die "Sammelbärin", die sie entsprechend ihrem Namen und einem unerklärlichen inneren Trieb folgend, einsammelt!

Wenn man einmal rund fragt und sich in der Runde der Bekannten umsieht, stellt man fest, dass es in Lettland sehr viele gute bis sehr gute Beeren- und Pilzplätze gibt! Über die genaue Lage erfährt man jedoch nur nebulöses, keiner sagt genau, wo dieses - eben sein - Eldorado liegt!

Zum "Sammelbär": Der "Sammelbär, der meistens in seiner weiblichen Form der "Sammelbärin" anzutreffen ist, ist eine typische ostsee-baltische-lettische Spezies, die besonders in den Beeren- und Pilzzeiten in den lettischen Wäldern anzutreffen ist.

Wann und wo die Ersten ihrer Art im Wald anzutreffen waren, ist heute nicht mehr feststellbar: Es war wohl in der Zeit der „Sammler und Jäger“. Im Grunde genommen also vor unserer heutigen Zeitrechnung! Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es auf allen Kontinenten und in allen Bevölkerungsgruppen „Sammler und Jäger“ gab, die dann später sesshaft wurden und sich der mehrteiligen Wirtschaftsweise, der Viehzucht und dem Ackerbau widmeten. Auch wenn die Letten, besonders die weibliche Form; die Lettinnen, heute auch in der großen Mehrheit sesshaft geworden sind, so frönen sie doch noch immer ein „Sammlerdasein“.

  Dieses Gen ist sehr vielen lettischen Frauen inne und zwingt sie geradezu, selbst wenn zu Hause die Regale mit Einmachgläsern voller Waldbeeren aus vergangenen Jahren zu bersten drohen, in bestimmten Zeiten mit allerlei Körben und Behältnissen in den Wald zu eilen, um Beeren und meist auch Pilze zu sammeln.

Sie sind etwas scheu, man sollte sie also nicht ansprechen - schon gar nicht nach den besten Sammelstellen fragen -, sondern einfach so tun, als wenn man sie nicht sähe.

Notfalls reicht ein einfaches "Sveiki" aus, um nicht unhöflich zu erscheinen!

Wenn man als „Nicht-von-Geburt-aus-Lette“ einmal die Pilz- und Beerenzeit in Lettland miterleben konnte, wird man erleben, dass zumindest die Frauen in Kurland ab „frühen“ Spätsommer unruhig werden und kaum noch auf dem Stuhl zu halten sind!

In jedem echten Letten schlummert ein "Sammelbär" und in den lettischen Frauen gleich zwei! Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass Lettinnen im Ausland in der Spätsommerzeit in einer Dreizimmer-Wohnung in Köln, München oder sonst wo depressiv geworden sind!

Vielen konnte erst geholfen werden, – sie beruhigten sich erst wieder, – als sie in Riga aus dem Flugzeug stiegen und von dort aus direkt in die Wälder zum Beeren und Pilze sammeln fahren konnten. Andersherum: Sperren sie einmal einen echten Rheinländer im Februar (Karneval) in Lettland ein!

Zurück