Lettland: Deutsche in Kurland

Wenn man die gemeinsame deutsch-lettische Geschichte ergründen will, sollte man am besten in Riga anfangen. Das Goethe-Institut hilft

L-INFOS/fr –   Bei der Betrachtung der deutsch-lettischen Geschichte  wird gerne übersehen,  dass  Deutsche und Letten deutscher Abstammung zahlenmäßig nie in der Überzahl waren. Sie waren aber oft – um nicht fast immer zu sagen – an wichtigen staatstragenden und wirtschaftlich relevanten Positionen zu finden, wenn sie nicht sogar, was auch der Fall war, nicht einfach der „Staat im Staate“ waren! Wobei, nicht jeder Palast oder jedes Gutshaus, welches man in Lettland entdeckt, muss zwangsläufig deutsche Wurzeln haben, aber oft ist es der Fall!

Das Goethe Institut in Lettland weist mit Recht auf die Tatsache hin, dass die lettische und deutsche Geschichte seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden ist. Das historische Erbe hinterlässt bis heute zahlreiche Spuren und in Zeiten der Globalisierung kommen neue dazu. Das Goethe-Institut weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Jedermann die spannendsten Geschichten und Anekdoten mit der „Deutsche Spuren Lettland“-App des Goethe-Instituts entdecken kann. Bei Lettlandinfos rechts auf dem Button, oder gehen sie gleich auch das Original: "Deutsche Spuren Lettland“

Neben deutschen Kaufleuten kamen Missionare und Kreuzritter ins Land, um die heidnische Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entwickelten sich bereits Handelskontakte zwischen der deutschen Hanse und den Gebieten der heutigen Staaten Estland und Lettland. Neben deutschen Kaufleuten kamen Missionare und Kreuzritter ins Land, um die heidnische Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren. Um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert eroberte der Kreuzfahrerorden der Schwertbrüder das Territorium des heutigen Lettlands und den Süden Estlands. Nach der schweren Niederlage gegen die Litauer 1236 unterstellten sich die Schwertbrüder dem Deutschen Orden. In der Folge bildete sich das Herrschaftsgebiet Altlivland heraus. 1346 verkaufte der dänische König Waldemar IV. Estland, beziehungweise die nördlichen Gebiete des heutigen Staates Estland und die Insel Ösel an den Orden. Deutsche Kaufleute gründeten Siedlungen, Landadelige, vor allem aus Norddeutschland und Westfalen, traten in den Dienst des Orders und erhielten Landbesitz. (Mehr unter: Hanse und Ordensritter )

Burg und das Schloss von Dundaga hatte auch deutsche Besitzer

Wenn sie in die lettische Gesichte „eintauchen“, tauchen sie so schnell nicht wieder auf. Lettische Geschichte ist immer auch deutsche Geschichte. Beide Länder sind unzertrennlich mit einander verwoben, einer Ehe gleich: In guten, wie in schlechten Tagen!

Zahllose Schlösser, Herrenhäuser und Gutshöfe zeugen noch heute von der deutsch-lettischen Geschichte. Wobei, so groß muss man gar nicht raus. In fast jeden Dorf, Städtchen und Stadt sowieso gibt es architektonische oder sonstige, zu Stein gewordene, Zeugen aus der Vergangenheit.

Talsi: Kupfer-Familienfriedhof und Kapelle

Talsi: Kupfer-Familienfriedhof und Kapelle

Am Rande der Straße Zvaigžņu iela in Talsi steht das architektonische Denkmal – der Friedhof und die Kapelle der Familie Heinz-Kupfer.

Es wurde in der Zeit von 1801 bis 1806 im Stil des Neuklassizismus erbaut, das Gebäude hat eine gleichseitige dreieckige Form und die Ecken sind mit Säulen verziert.

Auf dem Friedhof sind die Kaufmannsfamilien Heinz und Kupfer begraben. Die Familie Kupfers war eine der reichsten deutschen Familien in Talsi. Sie besaß Grundstücke und anscheinend auch gleich ganze Straßenzüge.

Neben der Kapelle befindet sich das Denkmal, das dem Arzt Carl Ferdinand Kupfer (1766-1825) und seiner Frau Anna Dorothea Kupfer, geb. Plentzner (1776-1830), gewidmet ist und in Form eines vertrockneten Baumstammes angelegt wurde.

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