Liven in Lettland

Die Meeresküste von Kolka bis Oviši wird Livenküste genannt, weil sie historisch durch das finno-ugrische Volk, den Liven, bewohnt wurde. An der Livischen Küste befinden sich 12 Dörfer – jedes davon mit seinem eigenen Charme.

L-infos - Die Liven (seltener auch Livonen oder Livonier) sind mit etwa 230 Angehörigen ein nahezu ausgestorbenes Volk in Lettland. Sie leben an der Küste des nördlichen Kurlands, hauptsächlich im Ort Kolka. Livland trägt seinen Namen nach den schon im Mittelalter ausgestorbenen östlichen Liven (Gauja-Liven). Die heutigen Liven sprechen Lettisch. Ihre ursprüngliche Sprache, das Livische, ist ausgestorben.

Die Eigenbezeichnung der Liven war in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg durch zwei verschiedene Namen geprägt. Während sich die Westliven, angesiedelt im Küstenbereich der heutigen Landkreise Talsi und Ventspils, als rāndalizt (dt. Küstenbewohner) bezeichneten, nannten sich die in den Landkreisen Riga und Limbaži angesiedelten Liven kalmied (dt. Fischer). Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen jedoch auch die vermutlich auf Fremdeinflüsse geprägten Bezeichnungen līvõd und līvlizt auf. Die Etymologie der heute verwendeten Bezeichnung als Liven ist demnach wahrscheinlich auf die im 12. und 13. Jahrhundert begonnenen Fremdherrschaften zurückzuführen.

Mazirbe war einst der von Liven meist besiedelter Ort in Kurland, jetzt befindet sich dort das Kulturzentrum (Foto) der Liven. In den Dünen bei Mazirbe ist ein kleiner Friedhof von Fischerbooten zu sehen

Kulturzentrum

An der Kurländischen Küste, von Melnsils bis Lūžņa, liegen die alten Fischerdörfer der Liven, darunter auch Kolka (Kūolka). Die Liven sind ein kleines, am weitesten im Westen  lebendes finno-ugrisches Volk. Die Anwesenheit dieses Volkes ist hier in allem zu spüren – in der regionalen Mundart, Kultur, Traditionen und der Beharrlichkeit des vom Wind geprägten Charakters.

Die kleinen Fischerdörfer an der Kurländischen Küste erwarten die Gäste mit Bootstegen, Scheunen zur Lagerung von Fischernetzen, altertümlicher Holzbebauung der Fischerdörfer (ab 18.Jh.) und Sammlungen altertümlicher Gegenstände sowie mit einem weiten Angebot für Ferien auf dem Bauernhof.

Das Kap Kolka ist das ausgeprägteste Kap an der Meeresküste Lettlands, wo man den Zusammenstoß der Wellen von zwei "Meeren" – der offenen Ostsee und der Rigaer Meeresbucht – beobachten kann.

Die "Lettische Presseschau" hat sich schon vor unserer Sommerreise (2018) an die Livenküste mit den Liven und ihrem langsamen Verschwinden in Lettland befasst. In einem Bericht vom Februar 2015 beschreibt Udo Bongartz unter der Überschrift "Lettland - Das Ende der Liven" die Situation der Liven.

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