Kampfansage: Letten sollen lettische Milch von lettischen Kühen trinken!

Letten sollen lettische Milch von lettischen Kühen trinken!

L-infos/fr - Die lettische Milchwirtschaft hat eine Kampagne gestartet, um die heimischen Verbraucher dazu zu bewegen, mehr lettische Milch zu trinken. Vordergründig geht es dabei nicht darum, den Milchabsatz generell zu steigern, sondern wohl hauptsächlich darum, die lettischen Milchtrinker dazu zu animieren, dass, wenn sie Milch kaufen, auf die Herkunft zu achten, also lettischen Kühen und lettischen Milchprodukten den Vorzug vor ausländischer Ware zu geben.

Wie Untersuchungen bei Lettlands Milchtrinkern ergeben haben, glauben viele Letten, dass es sich bei bekannten Milch- und Milchprodukte um lettische Erzeugnisse handele, obwohl diese es nicht sind. Die Milch-Aufklärungs-Kampagne wurde nun gestartet, um die Menschen darüber zu informieren, wie lokale Milchprodukte zu erkennen sind, und sie zu bewegen, lettische Produkte anstelle von importierter Milch und Milchprodukten zu kaufen.

Ob man allerdings mit den geplanten Maßnahmen - bei den Letten und auch innerhalb der EU - durchkommt, ist etwas fraglich. So plant man z.B. verschiedene Regale aufzubauen, eines für einheimische Milchprodukte, ein zweites für importierte Waren. Inwieweit sich eine derartige Idee in einem modernen Supermarkt verwirklichen lässt, dürfte das geringere Problem sein! Problematischer dürfte es werden, den europäischen Handels- und Wettbewerbshütern zu erklären, dass eine derartige Maßnahme nicht gegen das Diskriminierungsverbot europäischer Produkte verstößt.

Nicht nur die betroffenen ausländischen Produzenten dürften etwas gegen die lettischen Vorstellungen einzuwenden haben, auch die obersten Wettbewerbshüter im weit entfernten Brüssel dürfte eine solche lettische Maßnahme aufhorchen lassen. Ähnliche Versuche hat es in anderen Ländern, wie aber auch in Lettland, schon immer gegeben. Um die Verbraucher des Landes zum Kauf einheimischer Produkte zu bewegen, war man in den vergangenen Jahren schon immer recht ideenreich. Meistens allerdings ohne Erfolg - zumindest was die Genehmigung aus Brüssel betraf.

Letztendlich wurden, bzw. mussten alle Imageprogramme, die in diese Richtung zielten, über kurz oder lang eingestellt. Auch kleine Buttons in den Supermarktregalen, die darauf hinwiesen, dass es sich bei diesem oder jenem Produkt um einheimische Waren handelte, blieben nur kurzfristig kleben.

Bekannt wurde die erste große Kampagne, die in dieser Richtung in England gestartet wurde. Unter dem Slogan: "Kauft britisch, esst britisch" wurde immer wieder versucht die englische Käuferschicht an die heimische Ware heranzuführen, was aber regelmäßig misslang. Zuletzt 1999, als die Briten versuchten, eine Rindfleisch-Absatzkampagne auf der Insel durchzuführen.

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