Gipka: Ostsee – Kirche – Sandstrand!

Gipka, ein Dorf an der Bucht von Riga, hat nicht nur Ostsee und Sandstrand zu bieten. Nicht weit vom Strand entfernt, "erzählt" die Kirche von Gipka neue, wie auch alte, kurländische/lettische Geschischte

L-INFOS - Wenn man an der Küste der „Bucht von Riga“ von Roja in Richtung Kap Kolka unterwegs ist, kommt man unweigerlich an Gipka vorbei.
Ģipka (livisch Gipk, deutsch Gipken), ist heute ein mittelgroßes Dorf in Lettland, an den Ufern der Ostsee (Bucht von Riga) und liegt an der P 131, die von Tukums–Mērsrags nach Kolka führt.
Im Gebiet von Gipka, Richtung Roja, erstreckt sich ein nicht zu breiter, aber wunderbarer, weißer Sandstrand, der landseitig durch schöne Dünen und einen dichten Kieferwald begrenzt wird. An manchen Stellen verläuft entlang des Ufers ein Weg, an dem viele ehemalige Fischerhäuser liegen. Die Route ist für geübte Fußgänger geeignet!
Ģipka ist in Kurland bekannt. Der Strand und die Infrastruktur, Anfahrtswege und Parkplatz, sind gut ausgebaut und werden im Sommer von den Einheimischen, wie aber auch von den Touristen, gerne als Badestrand genutzt. Aber selbst an den heißesten Tagen des Jahres 2021 war der Strand nicht überfüllt.

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Im Ort selber wurde 1869 die erste Seefahrtschule Kurlands gegründet! Die Schule war in zwei Kategorien geteilt und bildete die Steuermänner auf großer Fahrt und Kapitäne der Küstenschifffahrt aus. Die Schule gibt es schon lange nicht mehr, das Gebäude in Gipka, heute ein Wohnhaus, hingegen noch.
1,2 km südlich des Zentrums von Ģipka, an der P 131, befindet sich eine Felsenkirche, die, obwohl alt aussehend, erst nach 1992 gebaut wurden, also nach der Sowjetischen Besatzung!
Die Kirche hat eine wechselhafte Geschichte.
Die Überlieferung besagt, dass das zweite Holzgebäude der lutherischen Kirche Ģipka 1772 gebaut wurde, was bedeuten würde, dass vor der heutigen Kirche schon zwei Kirchen an dieser Stelle gestanden haben müssen. Bekundet ist, dass 1860 eine Steinkirche mit 350 Sitzplätzen unter der Obhut der Familie Osten-Saken, den Besitzern des Herrenhauses Dundaga, gebaut wurde. Eine schöne, beeindruckende Kirche, mit einem einstöckigen langen Gebäude mit einer Apsis, einer Sakristei und einem massiven quadratischen Turm mit pyramidenförmigem Abschluss. Das Altarbild wurde damals vom Künstler Schaefer gemalt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte der Turm eine Feuerwache für die angrenzenden großen Waldgebiete. Am 1. September 1979 brach im Gebäude aus unbekannter Ursache ein Feuer aus, das nur die verbrannten steinernen Außenmauern der Kirch hinterließ. Man geht noch heute von Bandstiftung aus.
Nur ein Altaraufsatz, zwei Kronleuchter, die heute in der Kirche zu sehen sind, das Sakramentgeschirr und diverse andere kleine Details, wurden vor dem Feuer gerettet. Die Fliesen im Hauptschiff der Kirche und unter dem Balkon sind ebenfalls noch original.
1990 nahm die evangelische Gemeinde in Gipka seine Tätigkeit wieder auf. 1992 begann man mit der Renovierung der Kirche. Die 1979 verbrannte Kirchenorgel war ein nationales Kunstdenkmal und die damalige Kirchenkanzel war eine der luxuriösesten im Bezirk Talsi und konnten nicht wieder ersetzt werden. Das Altarbild "Christus am Kreuz" wurde hingegen beim Brand 1979 gerettet.
Die Restaurierung der Kirche erfolgte in zwei Etappen - die erste dauerte von 1992 bis 1997, in der die Kirche in ihrer Bausubstanz gesichert und Gelder für den Wiederaufbau der Stahlbetonwände der Kirche und den Einbau eines Schindeldaches gesammelt wurden.
Die zweite Etappe der Restaurierung begann im Jahr 2000, als Valdis und seine Frau Daina Randes sich aktiv an der Restaurierung der Kirche einbrachten. Valdis Rande ist noch heute Kirchenvorstand der Gemeinde in Gipka. Ihm und seiner Frau ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Kirche fertiggestellt und wieder in Betrieb genommen werden konnte.
Die Malereien auf der Kanzel und dem Altartisch wurden vom Künstler Modris Sapuns geschaffen. Die heutige Kirchenorgel aus dem Jahre 1910 konnte mit Hilfe einer Wohltätigkeitsorganisation aus Nordengland geholt und in Lettland von Fachleuten grundlegend restauriert werden.

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