Der Lebenslauf von Egils Levits, dem neuen Präsidenten Lettland, ist eng mit Deutschland verbunden

Egils Levits ist zwar kein Deutscher, aber sein Lebenslauf ist mit Deutschland sehr verbunden:

Unser Foto aus der lettischen Staatskanzlei: Der lettische Präsident Egils Levits ist ein lettischer Anwalt und Politikwissenschaftler.

L-INFOS - Anfang der Woche hat mit Egils Levits Lettlands neuer Präsidenten sein Amt im Rigarer Schloss übernommen. Er löst den vorherigen Präsidenten, Raimonds Vējonis, ab.

Egils Levits ist kein Deutscher, aber sein Lebenslauf ist sehr eng mit Deutschland verbunden:

1972 absolvierte er die Rigaer Sekundarschule Nr. 2 und wanderte dann mit seiner Familie nach Deutschland aus, wo er 1973 das lettische Gymnasium abschloss.

1982 Abschluss an der Juristischen Fakultät der Universität Hamburg.

1986 absolvierte er die Fakultät für Philosophie und Public Science an der Universität Hamburg.

Von 1989 bis 1991 hat sich Egils Levits aktiv am Wiederaufbau Lettlands beteiligt. Mitglied des Lettischen Volksfrontrates und des Bürgerkongresses.  Autor des Konzepts zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit Lettlands.

Erster Justizminister nach vollständiger Wiederherstellung der Verfassung Lettlands, Erster Botschafter Lettlands nach der Erneuerung des Staates in Deutschland, Erster lettischer Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (1995-2004), Erster lettischer Richter am Gerichtshof der Europäischen Union.

Mitautor vieler wichtiger Gesetzesentwürfe (u. a. des Verfassungsgerichtsgesetzes, des Verwaltungsverfahrensgesetzes, des Ministerkabinettsgesetzes usw.). Levit ist auch der Autor der 2014 angenommenen Präambel oder Einführung in die Verfassung.

Autor zahlreicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu Fragen des nationalen Rechts, des Verwaltungsrechts, der Menschenrechte und der Demokratie. Hat zahlreiche Stellungnahmen für die Saeima, das Ministerkabinett, Ministerien, das Verfassungsgericht, andere Gerichte, staatliche Verwaltungseinrichtungen sowie die Europäische Union und internationale Institutionen zu verschiedenen rechtlichen und rechtspolitischen Fragen erarbeitet. Regelmäßige Veröffentlichungen in der Presse zu Entwicklungsproblemen in Lettland.

Levit war der lettische Botschafter in Deutschland, Österreich, Ungarn und der Schweiz sowie stellvertretender Ministerpräsident, Justizminister und Mitglied der Saeima.

Leiter der Kommission für Verfassungsrecht des Präsidenten (2007–2013).

Richter am Gerichtshof der Europäischen Union seit 2004.

Neben der lettischen Muttersprache spricht er vier Fremdsprachen - Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch.

Der lettische Präsident:

Die Saeima wählt den Staatspräsidenten. Die Wahlen finden alle vier Jahre statt. Der Präsident kann sein Amt nicht länger als 8 Jahre in Folge innehaben.

Der Präsident ist das Staatsoberhaupt. Er repräsentiert Lettland international, ernennt diplomatische Vertreter Lettlands und empfängt ausländische diplomatische Vertreter.

Das Staatsoberhaupt ist ebenfalls Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Als solcher kann er notwendige Maßnahmen zur Verteidigung Lettlands ergreifen.

Der Präsident hat das Recht zur Gesetzesinitiative. Er verkündet die von der Saeima verabschiedeten Gesetze und begnadigt verurteilte Personen. Der Präsident kann die Auflösung der Saeima initiieren, wenn jedoch die Bürger gegen die Auflösung stimmen, verliert der Präsident sein Amt.

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