Traubenschwanz: In Lettland ist alles möglich!

Ein Traubenschwanz beim Fliegen - zu schnell für herkömmliche Smartphones

L-INFOS/fr - Man ahnt nichts Böses, in einem Garten in Kurland, bis plötzlich ein größerer Schatten an einem vorbeizischt: Eine Hornisse, die in dieser Jahreszeit immer wieder einen Besuch im Garten abstatten? Ist es aber nicht! Ein relativ großes Insekt, ca. 5 cm bis 7 cm lang und recht stabil gebaut. Mit einer Hornisse hat es vielleicht die Größe gemein, alles andere nicht. Kolibriartig schwirrt das Tier - in rasender Geschwindigkeit die Flügel schlagend - vor den Blüten und saugt mit einem langen Rüssel(?) den Nektar aus denselben. Faszinierend - noch nie gesehen und (an Hornissen denkend) fast schon zum Fürchten!
Nach längerer späterer Recherche gibt es Entwarnung: Es handelte sich um einen recht selten gewordenen - in Deutschland - Taubenschwanz oder Karpfenschwanz genannten. Schmetterling(Nachtfalter) aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae). Sein deutscher Name leitet sich vom zweigeteilten Haarbüschel am Hinterleibsende ab, das eine gewisse Ähnlichkeit mit den Schwanzfedern von Tauben aufweist.
Als Wanderfalter ist das Taubenschwänzchen in fast ganz Europa bekannt, wenn es ihn den überhaupt noch gibt. Wegen seines auffälligen Flugverhaltens, das als Schwirrflug bezeichnet wird und das dem eines Kolibris ähnelt, wird es auch Kolibrischwärmer genannt. Wenn in Lettland - und in Europa - plötzlich von einer Kolibrisichtungen berichtet wird, handelt es sich sehr oft um diese Schmetterlingsart.
Wenn man die Natur erleben will, muss man nach Lettland kommen! Hier begegnet man nicht nur auf einem Quadratmeter so vielen Tieren, wie in Deutschland sonst das ganze Jahr nicht, aber auch richtigen Raritäten, wie eben dem Traubenschwänzchen. Dass hier die Rehkitze im Vorgarten äsen und die Hasen - Hasen, nicht Kaninchen - durch den Gartenzaun vorbeischauen, sei dabei nur am Rande erwähnt.

Traubenschwänzchen flattern durch Kurland

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